KjG St. Martin Großengstingen
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GROßENGSTINGEN Altötting statt Reeperbahn Gabriele Leippert | 06.11.2017 3 0 0   Frauenpower“ in Engstingen: Beim neuen Theaterstück der Katholischen Jungen Gemeinde gibt es wieder viel zu lachen.  Foto:  Gabriele Leippert Am Wochenende kam das Antoniushaus jeden Abend ins Wanken. Aber kein Erdbeben war die Ursache sondern die Katholische Junge Gemeinde (KJG) aus Großengstingen spielte wieder einmal Theater und sorgte für wahre Lachsalven im Publikum. Der Dreiakter „Frauenpower“ von Bernd Gombold bot aber auch alles, was des Zuschauers Herz begehrt. Und so folgte Gag auf Gag und eine Pointe nach der nächsten. Am Freitagabend zeigten die Hobbymimen den Dreiakter zum ersten Mal. Dabei kamen die Zuschauer im bis auf den letzten Platz besetzten Antoniushaus gar nicht mehr aus dem Lachen heraus. Schlag auf Schlag folgte ein Knalleffekt nach dem nächsten, die Schauspieler beeindruckten zudem mit Textsicherheit und grandiosem Spiel voll Mimik und gewaltigem Körpereinsatz. Und darum geht es im Stück: so turbulent wie jetzt ging es noch nie im Rathaus zu. „Do goht mr an dr glatta Wand nauf“, schimpft Bürgermeister Heinz Gscheidle (Michael Hipp) bei der aufgrund der Krisenlage kurzfristig einberufenen Sitzung. Denn in der Zeitung stehe geschrieben, dass „d‘ Kunigunde und ihr Bagasch“ dieses Jahr ihren Mann bei der Gemeinderatswahl aufstellen wollen. Neben den etablierten und vor allem langjährigen Ortsgewaltigen haben die Frauen zum ersten Mal überhaupt eine eigene Liste aufgestellt. „So eine Frechheit“. Da 54 Prozent der Bürger weiblich sind, würden erste Wahlprognosen auf eine zwar knappe, aber absolute Mehrheit für die Damen hinweisen. Dies hieße dann auch, dass von den drei Gemeinderäten „bloß no d’Hälfte bei de Sitzunga dabei isch“, verdeutlicht das Gemeindeoberhaupt die kritische Sachlage. Doch die alt gedienten Obrigkeiten sehen die Situation noch nicht so brisant. Brauereibesitzer Karl Reuschle (Harald Enderle) glaubt, er habe sowieso alle Biertrinker auf seiner Seite, Metzgermeister August Scharf (Thomas Schmitz) verkauft einfach sein Fleisch etwas günstiger, „no sind alle Fraua elektrisiert und wählet mi wieder“. Und auch Feinkosthändler Peter Riebele (Armin Thum) hat keine Bedenken zu seiner Wiederwahl, denn bei ihm erführe die Frauenwelt ja immer das Neuste. Da wird der Schultes deutlicher. „Wenn mehr Fraua als Männer im Gmoindsrat sitzet, gibt’s koin Viertages-Ausflug nach Hamburg und zur Reeperbahn mehr, sondern bloß noch eine Wallfahrt nach Altötting“. Das hat gesessen. So langsam dämmert den Herren der Ernst der Lage. „Eine Emanze im Gemeinderat ist so unwichtig wie ein Haar in der Suppe“, sind sie sich einig. Und außerdem gehe es schließlich um die Ehre der Männer. Denn im Wahlprogramm der Damen Kunigunde Schlotterbeck (Stephanie Schmitz), Emma Riebele (Elisabeth Thum), Gerda Scharf (Kim Betz) sowie der Kirchengemeinderatsvorsitzenden Gisela Redlich (Sigrid Fromm) stehen gravierende Einschnitte in die bisher heile Welt der Herrenriege, wie etwa die Schließung des lasterhaften Schuppens namens „Der Rosarote Panther“, in dem sich die Bürgervertreter allzu gerne aufhalten oder um weniger Sitzungsgeld. Also muss der Sieg der Frauenliste verhindert werden. Mit allen Mitteln. Der Bürgermeister findet schließlich die Lösung, um „diese Emanzen der gefährlichsten Sorte“ bei der Wahl zu schlagen. Sein neuer Gemeindeinspektor Hannes Klug (Marcel Nüssle) wird als Spion in die Frauenriege eingeschleust. Als aber Bardame Marylin (Lisa Goller) auftaucht, das Bürgermeistertöchterlein Anni (Sarah Hipp) in Liebe entbrennt, sich der schwerhörige Wirt der Ratsstube Paul Scheifele (Werner Brunner) in das ganze Geschehen einmischt und schließlich noch prekäre Fotos und sehr viel Sex-Appeal ins Spiel kommen, bricht höchst turbulentes und aberwitziges Chaos aus. Die KJG-Theaterabende sind längst eine lieb gewordene Tradition geworden, die 1980 unter Monsignore Anton Scheible begann und inzwischen weit über die Albgemeinde hinaus bekannt ist. Wurde das einstudierte Theaterstück anfangs einmal, vielleicht auch zweimal gespielt, sind es in diesem Jahr neun Vorstellungen. Aufgrund der riesen Kartennachfrage musste sogar noch ein weiterer Zusatzabend eingeplant werden. Seit Mitte September haben die Hobby-Mimen mit ihrem Regisseur Andreas Hipp viermal in der Woche geprobt. „So lange braucht man schon, um den Text zu lernen“, betont der langjährige Leiter. Und so war auch über die Feiertage noch intensiv geübt worden, damit Souffleuse Franziska Leippert bei den Vorführungen nicht allzu oft eingreifen muss, und damit die Technik von Caroline und Stephanie Hipp perfekt funktioniert. „Zu unserer Freude sind wir für alle Vorstellungen restlos ausverkauft“, sagte Hipp und strahlte gemeinsam mit seinen Spielern übers ganze Gesicht. Der Erlös aus den Eintrittspreisen fließt karitativen oder gemeinnützigen Zwecken zu. Wie jedes Jahr wurden zwischen den einzelnen Akten köstliche frisch gebackene und warme Seelen serviert. Am Ende folgte ein fast nicht enden wollender Riesenapplaus für die grandiosen Akteure. Info Weitere Informationen im Internet unter http://www.kjg-engstingen.de/
Hier der Zeitungsbericht vom 06.11.2017 über das KjG Theater: